Leder branden: Anleitung mit Temperatur, Kontaktzeit und Finish
Teilen
Aktualisiert am 23.09.2026
Leder lässt sich sehr sauber branden, wenn Leder, Temperatur, Druck und Zeit zusammenpassen. Anders als Holz reagiert Leder schnell auf Hitze. Ein guter Abdruck entsteht nicht durch Kraft, sondern durch kurzen, kontrollierten Kontakt.
Kurz gesagt:
- Nur vegetabil gegerbtes Leder branden
- Messingstempel, 140–170 °C, 1–2 Sekunden, sanfter Druck
- Nach dem Gasbrenner erst kurz auf einem Holzrest abkühlen lassen
- Harte, glatte Unterlage und immer ein Testbrand
Welches Leder eignet sich?
Vegetabil gegerbtes Leder eignet sich am besten. Es nimmt Hitze kontrolliert an, dunkelt klar nach und zeigt Logos und Schriftzüge mit sauberen Kanten. Typisch sind Sattlerleder, Gürtelriemen, Etuis, Messerhüllen und Anhänger.
Chromgegerbtes Leder und Kunstleder eignen sich nicht. Die Oberfläche reagiert ungleichmäßig, schrumpft oder glänzt, und beim Erhitzen können schädliche Stoffe entstehen. Auch Beschichtungen und Farbschichten stören.
Die Lederstärke spielt ebenfalls eine Rolle: Dünnes Leder verzieht sich schneller und wird bei zu langem Kontakt hart. Dickes Leder verzeiht mehr, braucht aber trotzdem keine Gewalt.
Vorbereitung
- Sauber und trocken: Das Leder sollte staubfrei und trocken sein. Feuchtigkeit gibt fleckige, unscharfe Ränder.
- Feste Unterlage: Das Leder darf beim Stempeln nicht federn. Weiche Matten, unebene Tische oder Falten führen zu unvollständigen Abdrücken.
- Ausrichten: Stelle fixieren; kleine Markierungen mit Klebeband außerhalb der Brandfläche helfen bei Serien.
Temperatur: 140–170 °C mit Messing
Für vegetabil gegerbtes Leder reichen mit einem Messingstempel 140–170 °C. Das ist deutlich weniger als bei Holz. Direkt nach dem Gasbrenner ist Messing viel zu heiß – lass den Stempel kurz auf einem Holzrest abkühlen. Am einfachsten kontrollierst du die Temperatur mit Temperaturmesskreide auf der Stempelrückseite.
Für Leder nimmst du Messing. Edelstahl-Stempel sind für Lebensmittel gedacht. Alle Richtwerte findest du in der Temperatur-Tabelle.
Temperaturangaben sind Startpunkte. Ein großes, gefülltes Logo braucht eher das untere Ende, feine Linien das obere. Mach vor einer Serie einen Teststreifen mit drei Varianten: etwas kürzer, Zielzeit, etwas länger.
Kontaktzeit und Druck
Rechne mit 1–2 Sekunden Kontakt. Setz den Stempel senkrecht auf, halte ihn ruhig und hebe ihn ohne Kippen wieder ab. Nicht nachdrücken, nicht drehen – eine verrutschte Brandmarke lässt sich nicht auspolieren.
| Ergebnis | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Blass | zu kalt oder zu kurz | etwas wärmer oder etwas länger |
| Harte Ränder, Glanzstellen | zu heiß oder zu lang | abkühlen, kürzer |
| Dunkler Hof um das Logo | Fett im Leder wird flüssig | niedrigere Temperatur, kürzer |
| Gequetschte Kante | zu viel Druck | sanfter drücken |
Für die Wahl von Motivgröße und Stempel hilft der Stempel-Berater. Wer Lederwaren in Serie kennzeichnet, findet unter B2B-Branding passende Hinweise.
Finish: abkühlen lassen und schützen
Lass das Leder nach dem Brand vollständig abkühlen, bevor du es biegst oder reibst. Danach schützt ein dünner Auftrag Lederwachs oder Lederbalsam die Fläche. Sparsam auftragen, sonst füllt das Wachs feine Konturen. Bei hellem Leder vorher an einer verdeckten Stelle testen, weil manche Wachse nachdunkeln.
Fester Ablauf für wiederholbare Ergebnisse: Leder prüfen → Temperatur einstellen → Testbrand → Werkstück markieren → abkühlen → Finish.
Häufige Fragen
Welches Leder eignet sich am besten zum Branden?
Vegetabil gegerbtes Leder. Chromgegerbtes Leder und Kunstleder sind nicht geeignet.
Welche Temperatur braucht ein Brandstempel für Leder?
Mit einem Messingstempel 140–170 °C bei 1–2 Sekunden Kontakt und sanftem Druck.
Muss Leder vor dem Branden angefeuchtet werden?
Nein. Brand auf trockenem Leder. Feuchtigkeit führt zu fleckigen, unscharfen Rändern.
Weiterlesen
Dein Lederstempel: Den Messing-Brandstempel mit deinem Logo gibt es ab 69 € inklusive Holzgriff. Insgesamt dauert alles ca. 2 bis 3 Wochen ab Bestellung mit vollständigen Logodaten.